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Der Siedler- und Eigenheimerbund Garching b. München e.V.

Beim Bau der Siedlung westlich der Autobahn in den Jahren ab 1934 kam es zur Gründung des Garchinger "Siedlungsvereins I" im Jahre 1935. Nach dem 2. Weltkrieg wurden infolge des riesigen Wohnungsbedarfs der Heimkehrer, Evakuierten und Flüchtlingen größere Siedlungen geplant und gebaut. Beim Bau der sogenannten Neumayr-Siedlung (benannt nach dem Installateur und Gemeinderat Lorenz Neumayr) wurde im Jahr 1949 der Garchinger „Siedlerverein II" gegründet. Gemeinsame Interessen und Anliegen der bauwilligen Siedler waren Anlaß der Gründung. Die damals anstehende Arbeit war groß. Planung, Finanzierung und gemeinsame eigenhändige Erschließung der Grundstücke wurde im Verein mit der Gemeinde Garching durch den Siedlerverein gefördert und ermöglicht. Das Gelände der jetzigen Siedlungen war durchwegs Ackerland und mußte von den „Bauherrn" mit Pickel und Schaufel erschlossen werden. Frauen und Männer gruben und schaufelten Graben für Wasserleitungen und bauten die Straßen in den Siedlungen.

In der Jahresversammlung 1952 wurde über Gartenanlage, Baumschnitt und Insektenspritzmittel gesprochen. Man kann durchaus sehen, daß schon während des Bauens auch an den Garten gedacht wurde. Auch die Anlegung der Straßenbeleuchtung und Verbesserung der bestehenden Straßen und Wege wurde behandelt.

Auf Betreiben des Bayer. Siedler- und Eigenheimerbundes e.V. wurden in einer gemeinsamen Generalversammlung am 13.März 1954 im Gasthaus „Zur Post" die Garchinger Siedlervereine I und II aufgelöst und die „Siedlervereinigung Garching" gegründet. Insgesamt hatte die Siedlervereinigung nun 49 Mitglieder (Siedlerverein 118 , Siedlerverein II 31 Mitglieder).

Themen im Verlauf der Versammlung waren eine Omnibushaltestelle an der neuen Siedlung (heutige Wasserturmhaltestelle) sowie Errichtung einer Löschwasserstelle in der Autobahnsiedlung.

Nachdem die gröbsten Bauarbeiten der Siedler vorüber waren, dachte man auch an geselliges Beisammensein. So gibt es seit 1954 immer jährlich einen Siedlerball. Lange Zeit wurde er von einer Ballkönigin eröffnet und verschönt. Leider ist diese Tradition nicht mehr lebendig.

Weiterhin befaßt sich der Siedlerverein mit Gartengestaltung und Baumpflege. Auch die dazugehörenden Geräte wurden durch den Verein beschafft und von unserem Baumwart Josef Schwaighofer, je nach Anforderung eingesetzt. Die Bautätigkeit nahm weiterhin zu und es entstanden Siedlungen links und rechts der B 11. Die Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde Garching und der Siedlervereinigung war seit eh und je sehr gut. Bei der Finanzierung des Straßen- und Kanalbaus, konnten mit Hilfe der Gemeinde Garching günstige Bedingungen geschaffen werden.

Im Jahr 1966 wurde von den Mitgliedern des Vereins an der Gartenstraße das Siedlerkreuz als Gedenkstätte erbaut. Die Betreuung die¬ser Stätte war ein persönliches Anliegen des damaligen 1. Vorsitzenden Hans Motloch.

Bei der Jahresversammlung 1968 wurden besonders die Siedler im Raum Hochbrück angesprochen und eingeladen. 1971 legte Hans Motloch sein Amt als 1.Vorsitzender nieder und wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

In den Jahresversammlungen kamen die für alle Siedler interessanten Themen Steuern, Einheitsbewertung, Rechtsberatung, Erbschaft, Testament und Wiederverkauf zur Sprache. Auch Beratung in Garten- und Grundstücksangelegenheiten, sowie Informationen über die im Beitrag eingeschlossene Haftpflichtversicherung waren Schwerpunkte der Vereinstätigkeit. Bis 1975 war der Verein auf 133 Mitglieder angewachsen.

1980 mußte der seit 1971 amtierende 1.Vor¬sitzende Josef Hicker sein Amt aus Gesundheitsgründen abgeben. Auch er wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Der Siedlerverein Garching beteiligte sich im Juli 1980 erstmals am Festzug der „Garchinger Bürgerwoche" mit einem Festwagen. Eine auf einem Festwagen aufgebaute „Gartenpergola" war mit lustigen Siedlern besetzt. Dieser Festwagen wurde mit dem 3. Preis belohnt. Bei der Jahresversammlung wurde besonders die geplante Neubewertung des Haus- und Grundbesitzes behandelt.

Um den Siedlern in Garching auch praktische Hilfe beim Hausbau oder Umbauten bzw. Reparaturen oder im Garten anbieten zu können, wurden diverse Geräte angeschafft. So legte sich der Verein mehrere Auszugsleitern und 1983 auch ein Baugerüst zu, das in den Folgejahren weiter ausgebaut wurde. Das Gerüst war zunächst bei Herrn Jakob Schultheiss über der Garage eingelagert. Bei dem weiteren Ausbau reichte der Platz nicht mehr aus. Wir sind dankbar, daß mit Hilfe der Gemeinde Garching eine Unterbringung in Räumen des Römerhofgeländes ermöglicht wurde. Die Mitgliederzahl erreichte 1988 bereits 170 Siedler.

Bei der Neuwahl des Vorstands im Jahre 1988 gab es in der Vereinsleitung einen Generationswechsel. In den Vorstand und Ausschuß rückten jüngere Mitglieder nach.

Für den Verein war es selbstverständlich, sich als Teil der örtlichen Gemeinschaft an der Bürgerwoche und auch an Veranstaltungen wie der 1989 erstmals durchgeführten Umweltwoche zu beteiligen. Unser Beitrag war damals ein Informationsstand über Kompostierung im eigenen Garten. 1992 informierte der Verein im Rahmen der Umweltwoche über ökologische Gartengestaltung.

Beim Festzug der Bürgerwoche 1989 errangen die Garchinger Siedler mit ihrem Festwagen und den gezeigten Häusern 1400 und heute den 2. Preis. Die Häuser stammten von der Siedlervereinigung Elpersdorf und wurden für den Festzug neu gestaltet und geschmückt. 1989 unternahmen die Siedler auch erstmals einen Ausflug. Er führte damals noch als „Grenzlandfahrt" nach Kronach an die seinerzeit noch streng bewachte innerdeutsche Grenze. Die Wiedervereinigung machte es möglich, daß wir schon 1990 einen Besuch bei Siedlern in Schneeberg und Aue in der ehemaligen DDR abstatten konnten. In den Folgejahren führten die stets gut angenommenen Ausflüge nach St. Florian bei Linz, Würzburg, zur IGA nach Stuttgart, zum Törggelen nach Südtirol und zuletzt 1995 nach Straßburg. Etwas Besonderes war die Flugreise nach Istanbul im Jahre 1994, die allen Teilnehmern in Erinnerung bleiben wird. An den Feiern zur Stadterhebung 1990 beteiligten sich die Siedler im Rahmen des Blumenkorsos mit einem festlich geschmückten Wasserturm. Die aus Anlaß der Stadterhebung aus der Taufe gehobene Garchinger Rose „Gowirichs Traum" wurde nach einer Sammelbestellung Bestandteil vieler Gärten der Siedler.

Unterstützung in der Gartengestaltung gaben die 1990 und 1993 durchgeführten Baumschneidekurse unter fachkundiger Leitung. 1991 gab sich der Verein eine neue Satzung und ließ sich in das Vereinsregister als „e.V." eintragen. In diesem Jahr konnten wir mit Eduard Ebner auch unser 300. Mitglied begrüßen. Schon 1993 trat als 400. Mitglied Bernd Rohrhirsch dem Verein bei. Bis heute erreichte der Siedler- und Eigenheimerbund knapp 500 Mitglieder. Neue Mitglieder konnten insbesondere in den Siedlungen Am Egernfeld und im Riemerfeld gewonnen werden.

1994 übernahm der Verein die Verantwortung fur das bis dahin auf privater Basis von einigen Siedlern veranstaltete Sommerfest an der Gartenstraße, das schon zur Tradition geworden war. Aus dem Erlös wurde der Nachbarschaftshilfe Garching-Hochbrück eine Spende für ihre segensreiche soziale Arbeit in Garching gegeben.

1995 wurde Hans Stöger aus Anlaß seines 75. Geburtstages und in Anbetracht seiner langjährigen ehrenamtlichen Tätigkeit für den Verein zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

 

 

aktualisiert: 23.04.2010
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